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Delos
Kykladeninsel Delos – die heilige Insel des Apollon
Die Kykladeninsel Delos – kaum mehr als ein karger Felsen im Meer nahe Mykonos – birgt einen der bedeutendsten archäologischen Schätze Griechenlands. Als mythische Geburtsstätte von Apollon und Artemis war Delos in der Antike ein heiliger Ort und zugleich ein florierendes Handelszentrum.
Heute ist die (fast) unbewohnte Insel ein einzigartiges Freilichtmuseum – im Rahmen eines Ausflugs kann sie mit ihren historischen Stätten besichtigt werden.

Insel Delos
Delos (griechisch Δήλος, Dilos) liegt in der Mitte der Ägäis und zählt zu den kleinsten bewohnten Inseln der Kykladen. Die nur etwa 3,5 km² große Insel erhebt sich am Berg Kynthos auf maximal 112 m Höhe und ist seit der Antike nahezu unbewohnt. In ihrer Blütezeit war sie eine kosmopolitische Siedlung, doch heute leben hier keine Einwohner mehr – lediglich Archäologen und Aufseher halten sich zeitweise auf der Insel auf.
Die komplette Insel wurde 1990 wegen ihrer kulturellen Bedeutung zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Überall auf Delos zeugen ausgedehnte Ruinenfelder von der ruhmreichen Vergangenheit: Tempel, Säulenhallen, Wohnhäuser mit Mosaiken und Statuen lassen erahnen, dass Delos einst ein wichtiges religiöses Zentrum und Handelsplatz der Antike war. Aufgrund fehlender Besiedlung in den letzten anderthalb Jahrtausenden sind viele Überreste außergewöhnlich gut erhalten. Gleichzeitig werden seit dem 19. Jahrhundert systematische Ausgrabungen und Restaurierungen durchgeführt, was Delos heute zu einem faszinierenden Freilichtmuseum der antiken Welt macht.
Anreise und Besuch von Delos
Die Insel Delos kann ausschließlich im Rahmen eines Ausflugs besucht werden – sie hat keinen eigenen Flughafen oder Fährhafen für den Linienverkehr. Ausgangspunkt ist meist die Nachbarinsel Mykonos: Von Mykonos-Stadt (Chora) legen in der Hauptsaison täglich Ausflugsboote nach Delos ab. In der Regel gibt es am Vormittag mehrere Abfahrten (beispielsweise gegen 9:00, 10:00 und 11:00 Uhr), die Fahrt dauert etwa 30-40 Minuten. Am frühen Nachmittag kehren die Boote mit den Besuchern zurück; Übernachtungen für Touristen sind auf Delos nicht möglich, da es keine Unterkünfte gibt.
Die Anreise nach Delos erfolgt per Ausflugsboot, das Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet rund 25 € pro Person. Zusätzlich wird vor Ort eine Eintrittsgebühr fällig, da ganz Delos eine archäologische Stätte ist. Der Eintritt zur Insel und zum Museum beträgt derzeit 20 € pro Erwachsenen (Kinder und Jugendliche unter 18 haben freien oder ermäßigten Eintritt). Tickets für den Trip können vorab online oder direkt am kleinen Ticketschalter im alten Hafen von Mykonos-Stadt gekauft werden. Nach Ankunft auf Delos zahlt man die Eintrittsgebühr am Eingang und kann dann das Gelände betreten. Es sollte keine Badebekleidung oder knappe Kleidung getragen werden, eine gemäßigte Kleiderordnung ist erforderlich und macht auch zum Sonnenschutz Sinn.
Vor Ort gibt es keine schattigen Plätze und nur sehr begrenzte Versorgung – es befindet sich lediglich ein kleines einfaches Café beim Ausgrabungsmuseum. Besucher sollten daher ausreichend Sonnenschutz, Trinkwasser und ggf. Proviant mitbringen. Festes Schuhwerk ist ebenfalls ratsam, denn das Gelände ist weitläufig und teils uneben. Je nach Interesse und Kondition kann man auf Delos ein bis vier Stunden verbringen. Am Eingang erhalten Besucher eine Übersichtskarte mit markierten Rundwegen verschiedener Länge (von ca. 1,5 bis 5 Stunden). Die meisten Ausflugsboote ermöglichen einen Aufenthalt von rund 3 Stunden auf der Insel – genug Zeit, um die wichtigsten Ruinen der alten Gebäude zu erkunden oder auch den Kynthos zu besteigen. Wer wirklich alle Winkel der Stätte sehen möchte, kann bereits mit dem ersten Boot anreisen und erst mit dem letzten zurückfahren.
Delos Tour: verschiedene Tourvarianten
Individuell oder geführt? Grundsätzlich kann man Delos auf eigene Faust erkunden. Viele Besucher nehmen morgens das reguläre Ausflugsboot ab Mykonos, kaufen ihr Eintrittsticket und spazieren dann selbstständig über die Insel. Informationstafeln sind allerdings spärlich vorhanden, daher lohnt es sich, einen Reiseführer mitzunehmen oder vorab etwas über die Geschichte zu lesen. Alternativ werden vor Ort am Eingang auch kleine gedruckte Führer verkauft. Ohne Hintergrundwissen wirken die antiken Steine und Fundamente sonst oft etwas nüchtern – mit Erklärungen erwachen sie zum Leben.
Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, hat die Möglichkeit, eine geführte Tour zu buchen. Angeboten werden organisierte Ausflüge, bei denen neben der Bootsfahrt auch ein lizensierter Guide inklusive ist. Solche Halbtagestouren starten meist am Vormittag in Mykonos-Stadt; der Guide führt die Gruppe über Delos und erläutert die wichtigsten Stätten. Oft ist in diesen Paketen der Bootstransfer, der Eintritt und die Führung inbegriffen. Die Kosten liegen dafür um die 50-80 € pro Person, abhängig vom Leistungsumfang. Vorteil einer Führung ist, dass man die Bedeutung der Tempel, Häuser und Funde deutlich besser versteht – Delos war über 1000 Jahre lang besiedelt, und jede Ruine erzählt ihre eigene Geschichte.
Daneben gibt es spezielle Kombinationsausflüge: Beliebt sind während des Urlaubs etwa Bootstrips, die Delos und die Nachbarinsel Rinia (auch Rhenia) verbinden. Rinia (auch „Groß-Delos“ genannt) ist heute unbewohnt und bietet schöne Badebuchten. Bei solchen Touren besucht man vormittags die archäologischen Stätten von Delos (oft mit Führung) und fährt anschließend nach Rinia, um im kristallklaren Wasser zu schwimmen oder an Bord zu grillen. Auch von anderen Inseln der Kykladen werden im Sommer vereinzelt Tagestouren nach Delos angeboten – zum Beispiel ab Paros oder Naxos, häufig in Kombination mit einem Abstecher nach Mykonos. Diese Ausflüge sind ideal für Urlauber, die nicht auf Mykonos übernachten, aber dennoch die heilige Insel sehen möchten.
Mykonos-Delos Fähre
Die Strecke von Mykonos nach Delos kann beim Urlaub via Bootstransfer, als halb-/ganztätige Bootstour oder in Form eines Tagesausflugs (oft mit weiteren Zielen) zurückgelegt werden. Die Tagesausflüge gibt es mit großen Schiffen, aber auch als Katamaran-Kreuzfahrt oder Yachttour (häufig mit Badestopps, Mahlzeiten und Getränken).
Wie lange dauert die Fähre von Mykonos nach Delos?
Die Überfahrt dauert rund 30-40 Minuten (je nach Anbieter und Wetter).
Andere Bootsverbindungen nach Delos
In den Sommermonaten gibt es auch Bootstouren von anderen nahegelegenen Inseln der Kykladen:
- Tinos-Delos
- Naxos-Delos
- Paros-Delos
- Syros-Delos
Mythologie und Kult
In der griechischen Mythologie gilt Delos als Geburtsort der griechischen Götter Apollon und Artemis. Der Legende nach war Leto, die Geliebte des Göttervaters Zeus, von Hera verfolgt und fand auf der damals „unsichtbaren“* Insel Delos Zuflucht, um ihre Zwillinge zur Welt zu bringen. Mit der Geburt des Lichtgottes Apollon wurde Delos zu einem heiligen Ort, der fortan keinem Sterblichen als Wohnsitz dienen durfte – niemand sollte auf Delos geboren werden oder sterben. In der Realität lebten natürlich Menschen auf der Insel, doch in archaischer Zeit (7. Jh. v. Chr.) erließen die Herrscher von Athen tatsächlich Reinigungsedikte: sämtliche Gräber auf Delos wurden geräumt und es wurde verboten, auf der heiligen Insel Geburten oder Todesfälle stattfinden zu lassen. Diese Maßnahmen unterstrichen die religiöse Sonderstellung von Delos als panhellenisches Heiligtum.
*In den ältesten Quellen ist Delos vor Apollons Geburt vor allem als schwimmende bzw. wandernde Insel beschrieben; nach Letos Niederkunft „steht“ sie fest bzw. ist nicht mehr wandernd. Wer sie fixiert, variiert je nach Quelle. In manchen Fassungen fixiert Poseidon die Insel – teils auf Zeus‘ Geheiß (teils Zeus selbst). Andere Texte lassen Delos durch die Geburt selbst zur Ruhe kommen, ohne einen „Verankerer“ zu nennen. Verbreitete Ausschmückungen des Kernmythos erzählen von einer Befestigung auf vier diamantenen Säulen.
Bereits ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich auf Delos ein wichtiger Apollon-Kult. Pilger aus ganz Griechenland kamen, um dem Gott des Lichts, der Musik und Weissagung zu huldigen. Es entstanden Tempel und Altäre für Apollon und auch für die Göttin Artemis, Apollons Zwillingsschwester. Alle vier Jahre wurde auf Delos die Delia gefeiert – ein großes Fest mit Prozessionen, Opferzeremonien, Wettkämpfen und Musikwettbewerben zu Ehren Apollon. Diese Feste zogen Besucher und Abgesandte aus allen Regionen der griechischen Welt an.
Neben den griechischen Kulten fanden auf Delos später auch fremde Götter Verehrung: durch die Anwesenheit von Kaufleuten und Siedlern aus dem Orient entstanden etwa ein ägyptischer Isis-Tempel und Heiligtümer für syrische und phönizische Gottheiten. Die kleine Insel war in hellenistischer Zeit somit ein Schmelztiegel der Kulturen und bot Platz für vielfältige religiöse Traditionen.
Geschichte
Delos war nicht nur ein geistiges und religiöses Zentrum, sondern auch politisch und wirtschaftlich bedeutend. Im 5. Jahrhundert v. Chr. nach den Perserkriegen wurde die Insel zum Sitz des Attischen Seebunds (auch Delisch-Attischer Seebund genannt) unter Führung Athens. Die Bundeskasse – der Schatz der Allianz der griechischen Poleis – wurde im Apollon-Tempel von Delos aufbewahrt. Diese Phase unterstrich die zentrale Stellung der Insel. Später, im 3. Jh. v. Chr., geriet Delos unter die Kontrolle der Ptolemäer (der hellenistischen Herrscher Ägyptens), bevor es 166 v. Chr. endgültig von Rom an Athen übergeben wurde.
Unter römischer Herrschaft erlebte Delos seine letzte Blütezeit: Die Römer erklärten den Hafen von Delos zum Freihafen, was einen enormen Handelsaufschwung auslöste. In der späten Hellenistischen Zeit und frühen römischen Epoche wuchs Delos zu einem der wichtigsten Handelsplätze im östlichen Mittelmeer heran. Die Einwohnerzahl soll zeitweise 20.000 bis 30.000 Menschen betragen haben – darunter Griechen, Römer, aber auch viele ausländische Händler aus dem Nahen Osten, Italien und Ägypten. Luxuriöse Wohnhäuser, Mosaikböden, unzählige Werkstätten und Lagerhallen zeugen vom Wohlstand dieser kosmopolitischen Stadt. Allerdings brachte der florierende Sklavenhandel auf Delos auch Schattenseiten mit sich: Der Markt der Insel war im 2. Jh. v. Chr. einer der größten Umschlagplätze für Sklaven im Mittelmeerraum.
Der Niedergang von Delos setzte abrupt in der Mittelmeerkrise des 1. Jh. v. Chr. ein. Im Jahr 88 v. Chr. wurde die Insel im Zuge der ersten Mithridatischen Kriege von Truppen des pontischen Königs Mithridates VI. angegriffen und verwüstet – ein Großteil der Bewohner wurde getötet oder floh. Wenige Jahre später, 69 v. Chr., plünderten Piraten die ohnehin geschwächte Insel ein weiteres Mal. Diese Schläge zerstörten die wirtschaftliche Basis von Delos. In der frühen Kaiserzeit lebte zwar noch eine kleine Gemeinde auf der Insel, doch ihre Bedeutung sank rapide. Spätestens ab dem 3. Jh. n. Chr. war Delos weitgehend verlassen und geriet in Vergessenheit. Über viele Jahrhunderte lag die Insel brach; nur Kapellen zeugen noch von gelegentlicher Nutzung in byzantinischer und venezianischer Zeit.
Erst im 19. Jahrhundert rückte Delos wieder ins Licht, nun der wissenschaftlichen Welt: 1873 begannen Archäologen der École française d’Athènes mit systematischen Ausgrabungen, die bis heute andauern. Dabei wurden große Teile der antiken Stadt freigelegt. Die Funde aus der archaischen, klassischen und hellenistischen Epoche – Statuen, Inschriften, Alltagsgegenstände – erlaubten es, die Geschichte von Delos Stück für Stück zu rekonstruieren. Seit 1990 steht die Insel unter strengem Denkmalschutz als UNESCO-Welterbe. Internationale Kooperationen, vor allem durch französische, griechische und italienische Archäologen, sorgen für die Erforschung und den Erhalt der Ruinen. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen wurden in den letzten Jahrzehnten durchgeführt, finanziert auch von der EU und dem griechischen Staat. Trotz dieser Bemühungen bleibt das Inselchen ein empfindliches Freilicht-Ensemble, das es für kommende Generationen zu bewahren gilt.
Sehenswürdigkeiten auf Delos
Schon beim Betreten der Insel vom alten Hafen aus tauchen Besucher in eine vergangene Welt ein. Die Ausflugsboote legen an einem Steg an, von dem aus man direkt in das Hauptausgrabungsgebiet gelangt. Hier befand sich in der Antike der Heilige Hafen (heute verlandet). Unweit des Ufers erstreckt sich das Heiligtum des Apollon mit den Überresten gleich dreier Apollon-Tempel, die nebeneinander errichtet wurden. Einst glänzten hier prächtige Marmorsäulen und Kultstatuen zu Ehren des Gottes. Heute stehen noch zahlreiche Säulenstümpfe und Fundamentreste, welche die Größe der Tempelanlagen erahnen lassen. In unmittelbarer Nähe findet sich auch das Artemision, der Tempel der Artemis, sowie mehrere Schatzhäuser verschiedener Städte, die Votivgaben für Apollon darbrachten.
Eines der berühmtesten Fotomotive von Delos ist die Terrasse der Löwen. Diese Allee aus liegenden Löwenstatuen bewachte in der Antike symbolisch den heiligen Bezirk. Ursprünglich standen hier mindestens neun Löwen aus Naxos-Marmor (später kamen weitere hinzu); heute sind noch einige steinerne Raubkatzen in Reihe aufgestellt. Allerdings handelt es sich bei den Freiluft-Exemplaren um Repliken – die kostbaren originalen Löwenfiguren aus dem 7. Jh. v. Chr. wurden aus Schutzgründen in das Archäologische Museum von Delos gebracht. Das kleine Museumsgebäude liegt etwas abseits in der Inselmitte und zeigt eine Auswahl der wichtigsten Funde: neben den Löwen auch Statuen von Göttern und Menschen, Reliefs, Keramik und Alltagsgegenstände aus den Wohnungen.
Südlich des Apollon-Heiligtums erstrecken sich die Reste der antiken Stadt Delos. Man wandelt hier durch das Labyrinth einstiger Straßen und Häuserblocks. Besonders eindrucksvoll ist das Theaterviertel, ein Wohngebiet der wohlhabendsten Bürger. Hier wurden beim Rundgang einige gut erhaltene Bodenmosaike sichtbar gemacht: Im Haus des Dionysos sieht man z.B. ein großes Mosaik, das den Weingott Dionysos auf einem Panther reitend darstellt. Im benachbarten Haus der Delfine schmücken kunstvoll gelegte Delfine, Löwen und mythische Wesen den Fußboden. Zwischen den Häusern erhebt sich das Theater selbst – ein halbkreisförmiges Steintheater, das Platz für rund 5.000 Zuschauer bot. Heute sind die Sitzreihen nur noch in den unteren Rängen erhalten, doch die Struktur ist gut zu erkennen. Direkt neben dem Theater liegt ein großes Zisternenbecken, das einst der Wasserversorgung diente.
Wer Zeit mitbringt, sollte den Aufstieg auf den Berg Kynthos in Erwägung ziehen. Vom Hügel mit den 112 m hohen Granitfelsen öffnet sich ein grandioser Panoramablick über die gesamte Insel und die umliegenden Ägäischen Inseln. Gleichzeitig sind auf dem Gipfel die Überreste prähistorischer Siedlungen sowie Heiligtümer des Zeus und der Athena zu entdecken – hier oben befand sich eine der ältesten Kultstätten von Delos, lange bevor Apollon die Insel für sich beanspruchte. Der Weg auf den Kynthos ist steinig, aber die Aussicht lohnt die Mühe: Man überblickt nicht nur das weite Meer und die nahen Inseln Rinia (das antike Rheneia), Mykonos, Tinos und Naxos, sondern erkennt auch von oben die Struktur der Ausgrabungsstätte von Delos mit ihren Tempeln, Säulenstraßen und Häuserruinen.
Natur & Geografie
Die Landschaft von Delos ist karg, sonnig und vom Blau der Ägäis umgeben. Bäume oder üppige Vegetation sucht man fast vergeblich – niedrige Sträucher und Gras bedecken die dünne Erdschicht über dem Fels. Das Klima ist mediterran und sehr trocken: Delos zählt im Jahr über 300 Sonnentage und nur in den Wintermonaten fällt etwas Regen. Im Sommer kann es heiß werden (über 30 °C), doch die ständig wehenden Meltemi-Winde sorgen oft für etwas Abkühlung. Die Lage in der offenen Ägäis macht die Apolloinsel gelegentlich auch windig; in der Antike beschrieben Dichter die Insel als vom „Atem des Zeus“ umspielt. Naturgemäß gibt es außer Eidechsen, Vögeln und einigen freilebenden Ziegen kaum Tierwelt auf Delos – die Bedeutung der Insel lag seit jeher in ihrer kulturellen, nicht landschaftlichen Besonderheit.
Gleichzeitig ist die geographische Beschaffenheit von Delos heute Anlass zur Sorge: Große Teile der Insel liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel – an manchen Stellen kaum einen Meter. Die flachen Uferzonen und alten Hafenbereiche sind dadurch besonders durch den Meeresspiegelanstieg gefährdet. Die französische Archäologin Véronique Chankowski, die seit über 30 Jahren auf Delos forscht, hat die Veränderungen hautnah miterlebt. Als sie in den 1990er-Jahren erstmals nach Delos kam, lagen manche antiken Stätten noch trocken – heute stehen diese bereits im Wasser. Das Meer ist in den letzten Jahrzehnten stellenweise um rund 20 Meter ins Landesinnere vorgerückt. Besonders der vordere, dem offenen Meer zugewandte Teil von Delos wird kontinuierlich von den Wellen angegriffen und Stück für Stück abgetragen. Doch auch weiter im Inneren der Insel droht Gefahr: Drei Apollontempel stehen hier nebeneinander, und die Terrasse der Löwen – all diese weltberühmten Überreste liegen teils weniger als einen Meter über dem heutigen Meeresspiegel. Schon in wenigen Jahrzehnten könnten stärkere Sturmfluten oder ein weiterer Anstieg des Meeres beginnen, diese Kulturgüter zu beschädigen.
Delos, einst ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, ein bedeutender Handelsplatz und Heiligtum zugleich, droht langfristig in großen Teilen im Meer zu versinken, wenn keine wirksamen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Antworten auf häufige Fragen zur Insel Delos
Ist die Insel Delos bewohnt?
Nein. Delos ist unbewohnt; dauerhaft leben dort nur Aufseher und Archäologenteams zeitweise.
Kann man auf Delos übernachten?
Nein. Übernachtungen für Reisende sind nicht erlaubt, es gibt keine Unterkünfte.
Wie kommt man nach Delos?
Mit Ausflugsbooten, vor allem ab Mykonos-Stadt (Chora). In der Saison fahren zusätzlich organisierte Tagestouren teils auch ab Paros oder Naxos sowie Syros und Tinos. Linienfähren mit regelmäßigem Fahrplan gibt es nicht.
Was bedeutet das Wort Delos?
„Delos“ (griech. Δήλος) bedeutet „sichtbar/offenbar“ – im Mythos wurde die zuvor „unsichtbare“ Insel sichtbar, als Leto dort Zuflucht fand. Das Eiland wird auch Mikra Dili („Klein-Delos“) genannt.
Wofür ist Delos bekannt?
Die Insel spielte in der griechischen Mythologie eine richtige Rolle als mythischer Geburtsort von Apollon und Artemis, außerdem als panhellenisches Heiligtum, bedeutendes Handelszentrum der hellenistischen Zeit und UNESCO-Welterbe mit Highlights wie der Löwenterrasse, dem Apollonheiligtum, Mosaikhäusern und dem Theater.
Wer wurde auf Delos geboren?
Apollo und Artemis; nach dem Mythos brachte Leto die Zwillinge auf Dilos (altgriechisch Δῆλος) zur Welt.
Was ist der Fluch von Delos?
Ein kultisches Verbot aus der Antike: Auf der heiligen Insel sollten weder Geburten noch Todesfälle stattfinden. Gräber wurden geräumt und Geburten/Bestattungen auf die Nachbarinsel Rheneia (heute Rinia) verlegt – umgangssprachlich als „Fluch von Delos“ beschrieben.
Wie hoch ist der Eintritt auf Delos?
Der Standard-Eintritt für die archäologische Stätte (inklusive Museum, falls geöffnet) liegt derzeit bei 20 € pro Erwachsenem; Ermäßigungen und freier Eintritt für Kinder/Jugendliche gelten nach den üblichen griechischen Regelungen (10 € sind momentan der ermäßigte Preis).
Was sind die Öffnungszeiten von Delos?
Die Öffnungszeiten für das Delos Museum können saisonal abweichen:
- April bis 30. Oktober: 08:00 bis 20:00 Uhr
- November bis 30. November: 08:00 bis 16:00 Uhr
Geschlossen bleibt das Museum an folgenden Feiertagen:
- 1. Januar
- 25. März
- 1. Mai
- Ostersonntag
- 25. Dezember
- 26. Dezember
In welchen Filmen ist Delos zu sehen?
- Der Knabe auf dem Delphin (1957)
- Summer Lovers (1982)
- Greed (2019)