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Höhlen auf Kreta
Von Zeus-Höhlen über Tropfsteingrotten bis zu Meereshöhlen – Mythologie, Natur und Reisetipps im Überblick.
Kreta zählt zu den höhlenreichsten Regionen Griechenlands. Die Insel besteht in weiten Teilen aus Kalkstein und anderen Karstgesteinen. Wasser löst diesen Stein im Lauf langer Zeiträume auf und schafft Spalten, Schächte und große Hohlräume. So entstand ein unterirdisches Netz aus Tropfsteinhöhlen, Dolinen und Schluchten.
Nach Erhebungen des griechischen Speläologenverbandes und regionaler Forschungsstellen sind auf Kreta mehrere Tausend Höhlen bekannt; oft ist von über 3.000, teils über 4.500 kartierten Höhlen und Senklöchern die Rede.
Höhlen spielten auf Kreta früh eine wichtige Rolle. In prähistorischer Zeit dienten sie als Wohn- und Lagerplätze. Später kamen Kultfunktionen hinzu: Götter, Heroen und Nymphen wurden in Grotten verehrt, Opfer niedergelegt und Feste gefeiert. Einige Höhlen wurden zu Zufluchtsorten in Kriegen und Aufständen. Andere besitzen besondere ökologische Bedeutung, etwa als Lebensraum für Fledermäuse und spezialisierte Höhlenfauna.
Heute sind viele Höhlen touristische Ziele, Schauplätze von Führungen und zugleich sensible Natur- und Kulturdenkmäler.
Top 5 Höhlen auf Kreta
Die Top Höhlen auf Kreta geben einen kompakten Überblick über die beeindruckendsten unterirdischen Ziele, die sich gut in eine Reise über die südgriechische Insel einbinden lassen.
Dikteon-Höhle (Dikteon Andron, Psychro-Höhle)
Die Dikteon-Höhle liegt am Rand der Lasithi-Hochebene im Dikti-Gebirge. Sie gilt traditionell als Geburtsort des Zeus und war über Jahrhunderte ein wichtiges Höhlenheiligtum. Im Inneren öffnet sich nach einem Vorraum ein tieferer Bereich mit Stalaktiten, Stalagmiten und einem kleinen Wasserbecken. Die Höhle von Psychro ist gut erschlossen und zählt zu den meistbesuchten Höhlen der Insel.
Idäische Grotte (Ideon Andron, Ida-Höhle)
Das Ideon Andron liegt oberhalb des Nida-Plateaus am Psiloritis, dem höchsten Berg Kretas. Nach kretischer Überlieferung wuchs hier der junge Zeus auf, weshalb der Gott als Zeus Idaios verehrt wurde. Die Höhle besitzt ein monumentales Portal und eine große Haupthalle. Archäologische Funde belegen eine intensive Kultnutzung von archaischer bis römischer Zeit. Heute ist die Grotte vor allem Ziel für natur- und kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher des Psiloritis-Gebiets.
Sfendoni-Höhle bei Zoniana
Die Sfendoni-Höhle nahe Zoniana in Zentralkreta gilt als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Griechenlands. Ein geführter Rundweg erschließt mehrere Hallen mit reich geschmückten Decken, Säulen und Sinterbecken. Beleuchtung hebt Formen und Farben der Tropfsteine hervor. Die Höhle ist gut erreichbar und touristisch organisiert, bleibt aber zugleich ein wichtiges Beispiel für die geologische Entwicklung des Psiloritis-Gebiets.
Melidoni-Höhle (Gerontospilios)
Die Melidoni-Höhle, auch Gerontospilios genannt, liegt östlich von Rethymno am Südhang des Kouloukonas-Gebirges. Archäologische Funde zeigen eine Nutzung von der späten Steinzeit über die minoische Zeit bis in die römische Epoche. In der Neuzeit wurde die Höhle zum Schauplatz tragischer Ereignisse in der osmanischen Zeit und dient heute zugleich als Gedenkort. Neben dieser historischen Bedeutung beeindruckt Melidoni durch eine große Haupthalle, Tropfsteinformationen und eine kleine Kapelle im Inneren.
Matala-Höhlen
Die Matala-Höhlen an der Südküste Kretas sind künstlich angelegte Felskammern in weichem Sandstein. Sie stammen aus prähistorischer und römischer Zeit und dienten teils als Wohn- oder Bestattungsräume. In den 1960er-Jahren zogen Hippies in die Grotten ein und machten Matala international bekannt. Heute sind Teile der Felswand geschützt und nur kontrolliert zugänglich. Die Kombination aus Küstenlandschaft, Felsarchitektur und moderner Kulturgeschichte macht die Matala-Höhlen zu einem der bekanntesten Höhlenorte der Insel.
Höhlenlandschaft Kretas: Zahl, Verbreitung und Besonderheiten
Die Höhlenlandschaft verteilt sich über alle Regionen der Insel. In den Gebirgen Psiloritis, Lefka Ori und Dikti liegen besonders viele große und tiefe Höhlen, da hier mächtige Kalkpakete anstehen und viel Niederschlag fällt. Neben Horizontalhöhlen existieren zahlreiche Schächte und vertikale Systeme; einige der tiefsten bekannten Höhlen Griechenlands befinden sich auf Kreta.
Viele Höhlen sind reich mit Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Sinterbecken geschmückt. Andere beeindrucken durch ihre Größe oder ihre Lage über Schluchten und Plateaus. Neben natürlichen Formationen gibt es auch künstliche Höhlen und Felskammern, etwa in Matala, die in den weichen Sandstein geschlagen wurden. Die Mischung aus Naturraum, Mythologie, Geschichte und moderner Nutzung macht die kretische Höhlenlandschaft einzigartig im östlichen Mittelmeer.
Typen von Höhlen auf Kreta
Auf Kreta lassen sich verschiedene Höhlentypen unterscheiden.
- Ein wichtiger Typ sind Tropfsteinhöhlen, die heute als Schauhöhlen erschlossen sind. Beispiele sind die Sfendoni-Höhle bei Zoniana, die Melidoni-Höhle (Gerontospilios) und die Diktäische Höhle bei Psychro. Diese Höhlen zeigen reiche Tropfsteinbildung und sind meist mit Wegen, Beleuchtung und einfachen Sicherungen ausgestattet.
- Daneben stehen Kult- und Mythologiehöhlen, in denen Götter und Heroen verehrt wurden. Die bekanntesten Beispiele sind die Dikteon-Höhle und das Ideon Andron als Geburts- und Aufzuchtsorte des Zeus, aber auch Höhlen wie Skotino oder Melidoni mit minoischer oder späterer Kulttradition.
- Eine weitere Gruppe bilden historische Höhlen, die als Zuflucht oder Schauplatz dramatischer Ereignisse dienten, etwa die Milatos-Höhle oder erneut die Melidoni-Höhle mit ihrer Rolle im 19. Jahrhundert.
- Schließlich gibt es Meereshöhlen und Unterwasserhöhlen, etwa die Elefantenhöhle bei Chania oder die künstlich angelegten Felskammern von Matala. Sie verbinden Geologie, Archäologie und jüngere Geschichte – von römischen Gräbern bis zur Hippie-Ära der 1960er-Jahre.
Höhlentouren auf Kreta buchen
Höhlentouren auf Kreta lassen sich im Urlaub ideal mit Ausflügen in Berglandschaften, Dörfer und an die Küste verbinden und können bequem vorab gebucht werden.
Höhlentouren, Jeep-Safaris und Bootsausflüge im Überblick
Kreta bietet eine große Bandbreite geführter Höhlentouren. Besonders beliebt sind Ausflüge zur Dikteon-Höhle auf der Lasithi-Hochebene. Viele Touren kombinieren den Besuch der „Zeus-Höhle“ mit einer Jeep-Safari oder einem Busausflug durch traditionelle Bergdörfer und über das Plateau. Oft gehören kurze Wanderungen, Stopps an Aussichtspunkten und Einblicke in das Landleben dazu.
Weitere klassische Ziele sind die Sfendoni-Höhle bei Zoniana und die Melidoni-Höhle. Hier führen Tages- oder Halbtagesausflüge auf Kreta meist über Klöster, Töpfereien oder Bergdörfer in die Höhlenregionen des Psiloritis. So verbinden viele Angebote Tropfsteinlandschaften mit Kultur, Handwerk und kurzen Spaziergängen in der Umgebung.
An der Südküste stehen die Matala-Höhlen im Fokus. Geführte Touren fahren zu Strand, Felsgrotten und oft auch zur Ausgrabungsstätte Gortyn. Freie Zeit zum Baden und Erkunden der Höhlen wird mit einem strukturierten Tagesprogramm kombiniert.
Auch Meereshöhlen werden einbezogen. Vor Chania führen Boots- und Tauchgänge zur Elefantenhöhle, einer Unterwasserhöhle mit Fossilien und eindrucksvollen Felsformen. Solche Touren richten sich an zertifizierte Taucher oder finden in Begleitung erfahrener Guides statt.
Viele Anbieter setzen auf Kombi-Touren: Höhlenbesuch plus Kloster, Regionallandwirtschaft, Weingut, Strandstopp oder kretische Bergdörfer. So lassen sich Geologie, Mythologie und Alltag auf Kreta in einem Ausflug verbinden. Die Angebote reichen von familienfreundlichen Bustouren über 4×4-Safaris bis hin zu spezialisierten Tauch- und Bootstouren.
Mythologische Höhlen und Kultorte
Mythologische Höhlen und Kultorte auf Kreta verbinden reale Landschaften mit Erzählungen über Zeus, Nymphen, Heroen und später auch christliche Heilige.
Dikteon-Höhle (Psychro) – Geburtsmythos des Zeus
Die Dikteon-Höhle, auch Psychro-Höhle genannt, liegt oberhalb des Dorfes Psychro am Rand der Lasithi-Hochebene im Dikti-Gebirge. Sie zählt zu den wichtigsten Höhlenheiligtümern Kretas und wird seit dem 19. Jahrhundert mit der „Diktäischen Höhle“ der antiken Überlieferung gleichgesetzt.
In vielen Fassungen des Zeus-Mythos bringt Rhea ihren Sohn auf Kreta zur Welt und versteckt ihn in einer Höhle. Kronos erhält statt des Kindes einen in Windeln gewickelten Stein und verschlingt diesen. In der Höhle nährt Amaltheia den Knaben, Nymphen betreuen ihn, und Kureten übertönen sein Weinen mit Waffenklang. Die Dikteon-Höhle gilt in der neuzeitlichen Forschung und im Tourismus als klassischer Kandidat für diesen Geburtsort.
Archäologisch ist Psychro als minoisches Heiligtum mit langer Kulttradition belegt. Funde reichen von der Bronzezeit bis in die römische Epoche und umfassen Keramik, Bronzen, Miniaturwaffen und andere Votive. Damit verbindet die Höhle Landschaft, Mythos und Kult in besonderer Dichte.
Idäische Grotte (Ideon Andron) – Aufzucht des Zeus
Die Idäische Grotte, Ideon Andron oder Ida-Höhle, liegt oberhalb des Nida-Plateaus an der Ostflanke des Psiloritis, des höchsten Berges der Insel. Sie besitzt ein großes Portal und eine weite Haupthalle, ist geologisch eher schlicht, dafür aber mythologisch und kultisch von herausragender Bedeutung.
Nach kretischer Tradition wächst Zeus hier als „Zeus Idaios“ auf. Nymphen und Kureten schützen das göttliche Kind, während Kronos nichts von seiner Existenz erfahren soll. In vielen Lesarten ergänzt das Ideon Andron die Dikteon-Höhle: Geburt in Dikte, Aufzucht am Ida-Massiv.
Ausgrabungen erbrachten zahlreiche Votivgaben aus archaischer, klassischer, hellenistischer und römischer Zeit. Die Höhle gilt daher als eines der bedeutendsten Höhlenheiligtümer Griechenlands und als zentrales Kultzentrum des Zeus auf Kreta.
Skotino-Höhle (Skotino Cave / Agia-Paraskevi-Höhle)
Die Skotino-Höhle liegt nahe dem Dorf Skotino südlich von Gouves im Raum Heraklion. Über ihrem Eingang steht die Kirche der Agia Paraskevi, weshalb die Höhle auch als Agia-Paraskevi-Höhle bekannt ist. Der Zugang führt von der Kirchenanlage in ein weit verzweigtes Höhlensystem mit großen Hallen und tiefen Schächten.
Archäologische Untersuchungen zeigen eine Nutzung als Heiligtum von der mittleren minoischen Zeit bis in die römische Epoche. In der Frühzeit scheint hier eine weibliche Fruchtbarkeitsgottheit verehrt worden zu sein. Später tritt an ihre Stelle die Artemis, im römischen Kontext Diana. Keramik und Bronzefunde deuten auf Opferhandlungen und Weihegaben. Mit der Christianisierung wurde der Ort in einen christlichen Kultplatz überführt, was die Kirche über dem Höhleneingang bis heute sichtbar macht.
Skotino verbindet damit minoische Religion, griechisch-römische Götterwelt und christliche Tradition an einem einzigen Kultort und gehört zu den wichtigsten nicht-touristisch erschlossenen Höhlenheiligtümern der Insel.
Weitere Kult- und Mythologiehöhlen
Neben Dikteon, Ideon und Skotino existiert eine Reihe weiterer Höhlen mit kultischer oder mythischer Bedeutung. Wichtig ist die Kamares-Höhle an den Südflanken des Psiloritis. Sie liegt hoch über dem Dorf Kamares und war ein bedeutendes minoisches Heiligtum. Von hier stammen die berühmten „Kamares-Gefäße“, eine feine, polychrome Keramik des Mittleren Minoikums, die der Höhle ihren Namen gab. Die abgelegene Lage und der beschwerliche Aufstieg unterstreichen den Charakter als spezialisiertes Kultzentrum.
Auch andere Grotten verbinden Naturraum und Verehrung. Dazu gehören etwa Höhlen mit Bergheiligtümern wie Kophinas, Höhlen mit eingebauten Kapellen wie Agia Sofia, die Arkoudospilio-Höhle (Arkoudiotissa Cave, „Bear Cave“) auf der Akrotiri-Halbinsel bei Chania mit ihrer markanten „Bären“-Stalagmitenform oder regionale Kultorte mit lokaler Nymphen- oder Heiligenverehrung. Insgesamt zeigt die Vielzahl dieser Kult- und Mythologiehöhlen, wie stark Höhlen in der kretischen Religionsgeschichte verankert sind und wie eng sie mit Erzählungen und Sagen über Zeus, lokale Gottheiten und später christliche Heilige verwoben wurden.
Schauhöhlen und Tropfsteinhöhlen für Besucher
Schauhöhlen und Tropfsteinhöhlen für Besucher zeigen die Formenvielfalt der kretischen Unterwelt in gut erschlossenen Anlagen mit Wegen und Beleuchtung.
Sfendoni-Höhle (Sfendoni Cave, Zoniana)
Die Sfendoni-Höhle bei Zoniana in Zentralkreta gilt als eine der eindrucksvollsten Tropfsteinhöhlen der Insel. Sie liegt am Südrand des Psiloritis in rund 600-650 Metern Höhe und ist als Schauhöhle gut erschlossen. Ein geführter Rundweg führt durch mehrere große Hallen mit dichtem Schmuck aus Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Sinterbecken. Beleuchtung hebt Formen und Farben der Tropfsteine hervor und macht die geologische Entwicklung anschaulich. Die Höhle ist Teil des Psiloritis-Naturparks und verbindet Naturerlebnis, Geologie und leichte Erreichbarkeit.
Melidoni-Höhle (Gerontospilios)
Die Melidoni-Höhle, auch Gerontospilios genannt, liegt östlich von Rethymno am Südhang des Kouloukonas-Gebirges. Der Zugang führt zu einer großen Haupthalle, die heute als Gedenkraum und Kapelle genutzt wird. Archäologische Funde belegen eine Nutzung seit der Vorgeschichte und der minoischen Zeit. Berühmt wurde die Höhle durch ein Ereignis im 19. Jahrhundert, als sich während der osmanischen Herrschaft Hunderte Menschen in ihr verschanzten und ums Leben kamen. Ein Ossuarium in der Haupthalle erinnert daran.
Neben dieser historischen Dimension bietet Melidoni auch geologisch viel: Tropfsteine, hohe Wände und eine eindrucksvolle Raumwirkung. Die Höhle ist mit Wegen und einfacher Beleuchtung ausgestattet und zählt zu den bekanntesten Schauhöhlen der Insel.
Doxa-Höhle (Doxa Cave, Marathos)
Die Doxa-Höhle befindet sich bei Marathos, westlich von Heraklion, in einem Hang über der alten Straße Richtung Rethymno. Direkt über dem Eingang liegt eine Taverne, von der aus ein kurzer Pfad zur Höhle hinabführt. Die Höhle ist relativ klein, aber reich dekoriert. Ein abfallender Gang führt in vier Räume mit Stalaktiten, Stalagmiten, dünnen Sintervorhängen und kleinen Becken. Die Gesamtlänge beträgt etwa 50 Meter.
Die Erschließung ist einfach gehalten; meist gibt es keine feste Beleuchtung. Eine eigene Lampe ist daher sinnvoll. Trotz der geringen Größe zählt die Doxa-Höhle zu den bekanntesten leicht zugänglichen Tropfsteinhöhlen im Raum Heraklion.
Gaidourotripa-Höhle bei Kritsa (Gaidourotripa / Gaidourotrypa)
Die Gaidourotripa-Höhle liegt westlich des Dorfes Kritsa auf dem Weg zum Katharo-Plateau. Sie wird auch „Donkey Cave“ genannt. Der Eingang befindet sich in einer Hanglage, die über einen kurzen Pfad erreichbar ist. Im Inneren öffnet sich ein relativ großer Hohlraum mit reicher Dekoration aus Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterbildungen.
Die Höhle ist keine klassische Schauhöhle mit vollständiger Infrastruktur, wird aber häufig als leichtes Ziel für kurze Erkundungen beschrieben. Ihre Lage nahe Kritsa und dem Zypressenwald von Kritsa macht sie zu einem interessanten Zusatzstopp für Ausflüge in die Region Lassithi.
Weitere besuchbare Tropfsteinhöhlen auf Kreta
Neben den genannten Höhlen existieren weitere Tropfsteinhöhlen, die sich für Besuche eignen. Die Vreiko-Höhle bei Pefki im Osten Kretas ist über einen Pfad mit kurzem Zustieg erreichbar. Eine Treppe führt in den Untergrund; im Inneren erwarten Besucher eindrucksvolle Formationen, allerdings meist ohne feste Beleuchtung, sodass eine eigene Lampe wichtig ist. Im Westen Kretas befindet sich die Höhle von Kournas (Kournas Cave), eine Tropfsteinhöhle oberhalb des Dorfes Kournas, die geologisch interessant ist, aber oft nur eingeschränkt oder gar nicht zugänglich ist.
An der Ostküste nahe Kato Zakros liegt die Pelekita-Höhle, eine der größten Höhlen der Insel. Sie besitzt lange Gänge, eindrucksvolle Tropfsteine und eine Süßwasserquelle in der Tiefe. Der Zugang erfolgt über einen Küstenpfad, der eine längere Wanderung erfordert, weshalb die Höhle vor allem für gut vorbereitete Besucher geeignet ist.
Hinzu kommen weitere regional erschlossene Höhlen mit begrenzter, aber zunehmender touristischer Nutzung. Zusammen mit Dikteon-Höhle und Idäischer Grotte bilden sie ein dichtes Netz an Besichtigungszielen, in denen sich die geologische Vielfalt Kretas und die lange Tradition der Höhlenverehrung unmittelbar erleben lässt.
Historische Höhlen und Erinnerungsorte
Historische Höhlen und Erinnerungsorte dokumentieren, wie Höhlen auf Kreta in Kriegen, Aufständen und im Alltag als Zuflucht, Steinbruch oder Gedenkstätte genutzt wurden.
Milatos-Höhle (Milatos Cave)
Die Milatos-Höhle liegt im Osten Kretas, nordöstlich des Dorfes Milatos im Regionalbezirk Lassithi. Der Höhlenkomplex besitzt mehrere Eingänge und liegt in einem felsigen Hang über dem Meer. Im Inneren befindet sich eine kleine Kapelle sowie ein Ossuarium, das an ein dramatisches Kapitel der Inselgeschichte erinnert.
Während des griechischen Aufstands gegen die osmanische Herrschaft suchten in den 1820er-Jahren Tausende Menschen aus der Umgebung in der Höhle Schutz. Osmanische Truppen belagerten den Zufluchtsort, drangen schließlich ein und töteten einen Großteil der Geflüchteten. In der Höhle wird heute den Opfern mit einem Gedenkraum, Inschriften und jährlichen Gedenkgottesdiensten gedacht. Milatos ist damit nicht nur eine Natursehenswürdigkeit, sondern auch ein zentraler Erinnerungsort der kretischen Freiheitskämpfe.
Melidoni-Höhle als Gedenkstätte
Die Melidoni-Höhle (Gerontospilios) im Regionalbezirk Rethymno ist geologisch eine Tropfsteinhöhle, besitzt heute aber vor allem eine historische und symbolische Bedeutung. In der großen Haupthalle steht ein Ossuarium mit Gebeinen von Menschen, die in der Höhle während des Aufstands gegen die Osmanen ums Leben kamen.
Im frühen 19. Jahrhundert flohen mehrere Hundert Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes Melidoni in die Höhle. Osmanische Truppen belagerten den Zufluchtsort und setzten schließlich Feuer am Eingang, sodass die Eingeschlossenen erstickten. Die Gebeine wurden später geborgen und im Ossuarium beigesetzt. Gedenktafeln und eine kleine Kapelle halten die Erinnerung wach. Melidoni steht damit für den Widerstandswillen der Bevölkerung und für die hohen Verluste der kretischen Freiheitsbewegung.
Labyrinth-Höhle / Labyrinth Cave
Die große Labyrinth-Höhle liegt auf einem kleinen Hügel in der Messara-Ebene, rund 50 Kilometer südlich von Heraklion und einige Kilometer nördlich des Ortes Kastelli. Es handelt sich um eine (weitgehend) künstliche Höhle mit einem Netz aus Gängen und Kammern, das sich über etwa 2,5 Kilometer erstreckt. Massive Pfeiler und Wände stützen die Decken.
Die Anlage diente als antiker Steinbruch. Von hier stammt Material für Bauwerke wie das minoische Phaistos, die Villa von Agia Triada und die Stadt Gortyn. Später nutzten Menschen die Höhle als Lager, Zuflucht und Versteck. Scherben römischer Keramik und Lampen, aber auch Inschriften und Graffiti belegen Besuche seit der Antike und von Reisenden ab dem späten Mittelalter. In der Neuzeit wurde die Labyrinth-Höhle oft mit dem sagenhaften Labyrinth des Minotauros in Verbindung gebracht. Auch wenn diese Gleichsetzung nicht gesichert ist, prägte sie die Wahrnehmung der Anlage als mythischen und historischen Ort zugleich.
Weitere historische Höhlen
Ein weiteres wichtiges Beispiel ist die Arkalochori-Höhle in Zentralkreta nahe der Ortschaft Arkalochori. Sie war ein minoisches Heiligtum, in dem zahlreiche Schwerter, Dolche und Doppeläxte aus Bronze, Gold und Silber gefunden wurden. Einige Stücke tragen Inschriften und gelten als Schlüsselstücke für das Verständnis minoischer Kultpraxis. Ein Teileinsturz der Höhle verschloss in der Bronzezeit den Zugang und konservierte den großen Waffenhort. Heute sind viele Funde im Archäologischen Museum von Heraklion ausgestellt.
Die Höhle von Gerani (Geraniou-Spileo) westlich von Rethymno ist archäologisch sehr bedeutend, heute aber nicht öffentlich zugänglich. Sie wurde 1969 zufällig bei Sprengarbeiten für den Bau der neuen Nationalstraße Rethymno-Chania entdeckt, als sich der heutige Zugang in der Felswand öffnete. In der Höhle kamen Siedlungs- und Bestattungsreste zutage, die bis in das Neolithikum und die Frühbronzezeit reichen. Keramik, Knochen, Steinwerkzeuge und weitere Funde belegen eine lange Nutzung als Wohn- und Kultplatz. Gerani zeigt damit, dass Höhlen auf Kreta nicht nur in der Bronzezeit, sondern bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine wichtige Rolle im Alltags- und Ritualleben spielten, auch wenn der Ort heute nur in der Forschung und nicht im Tourismus präsent ist.
Auch andere Höhlen besitzen historische Bedeutung, etwa kleinere Grotten mit Spuren römischer und byzantinischer Nutzung oder Höhlen, die in Kriegszeiten als Versteck dienten. Zusammen mit Milatos, Melidoni und der Labyrinth-Höhle zeigen sie, wie eng Naturraum und Geschichte auf Kreta verbunden sind: Höhlen fungieren als Kultstätten, Zufluchtsorte, Steinbrüche und Denkmäler – und bleiben so über Jahrtausende Teil des kollektiven Gedächtnisses der Insel.
Meereshöhlen, Küstengrotten und Unterwasserhöhlen
Meereshöhlen, Küstengrotten und Unterwasserhöhlen verbinden Fels, Licht und Wasser und machen die Küstenlandschaft Kretas auch unterhalb der Meeresoberfläche erlebbar.
Matala-Höhlen (Matala Caves)
Die Matala-Höhlen liegen in einer Sandsteinwand direkt über dem Strand von Matala an der Südküste Kretas. Es handelt sich um künstlich angelegte Felskammern, die bereits in der Antike in den weichen Fels geschlagen wurden. Viele dieser Grotten dienten als Kammern für Bestattungen, vor allem in römischer Zeit; einige wurden zeitweise auch als einfache Wohnräume genutzt.
In den 1960er-Jahren wurden die Höhlen von Matala zur berühmten Hippie-Adresse. Internationale Aussteiger lebten in den Felsnischen, die Mischung aus Sandstrand, Felsen und Musik prägte das Bild von Matala über Jahre. Heute stehen die Höhlen als archäologische Stätte unter Schutz. Ein Teilbereich ist gegen eine kleine Gebühr zugänglich, während andere Zonen gesperrt sind. Die Kombination aus Küstenlandschaft, antiken Felsgräbern und jüngerer Kulturgeschichte macht die „Hippiehöhlen“ zu einem der bekanntesten Höhlenorte Kretas.
Elefantenhöhle / Elephant Cave (Unterwasserhöhle bei Chania)
Die Elefantenhöhle ist eine Unterwasserhöhle vor Kap Drapano bei Akrotiri im Regionalbezirk Chania. Der Eingang liegt in rund zehn Metern Tiefe, ist mehrere Meter hoch und führt in einen langen Tunnel zu einer großen Hauptkammer. In dieser Halle steht das Wasser nur wenige Meter tief; Teile des Höhlenraums liegen über der Wasserlinie.
Die Höhle erhielt ihren Namen durch fossile Knochen eines Zwergelefanten, die am Boden entdeckt wurden. Neben Elefantenresten fanden Forschende auch Überreste von Hirschen. Rote und weiße Tropfsteine, die über Jahrtausende unter wechselnden Wasserständen entstanden sind, geben der Unterwasserhöhle ihr besonderes Aussehen. Heute zählt die Elefantenhöhle zu den bekanntesten Tauchplätzen der Insel und wird von Tauchbasen rund um Chania im Rahmen geführter Bootstouren angefahren.
Weitere Meereshöhlen und Küstengrotten
Rund um Kreta existiert eine Vielzahl kleinerer Meereshöhlen und Küstengrotten. Besonders die Nordküste bei Chania und Rethymno sowie bestimmte Abschnitte der Südküste weisen Felsbuchten und Hohlräume auf, die nur per Boot erreichbar sind. Tauchschulen und Bootsunternehmen bieten Fahrten zu Höhlen wie „God‘s Cave“, „Seal Cave“ oder kleineren Grotten entlang der Kalksteinküsten an.
Viele dieser Höhlen besitzen keine ausgeprägten Tropfsteine, beeindrucken aber durch klares Wasser, Lichtspiele und steile Felswände. Einige dienen Mönchsrobben und Seevögeln als Rückzugsraum, andere sind nur Ziel von Schnorchel- und Badestopps. Als Meereshöhlen ergänzen sie die klassischen Schauhöhlen im Gebirge und zeigen, wie stark Wasser, Fels und Höhlenbildung auch an der Küste ineinandergreifen.
Regionale Übersicht der wichtigsten Höhlen auf Kreta
Die regionale Übersicht ordnet die wichtigsten Höhlen Kretas nach West-, Zentral- und Ostkreta und erleichtert die Planung von Ausflügen in verschiedene Teile der Insel.
Westkreta (Region Chania)
In Westkreta prägen die Lefka Ori und die Küsten bei Chania das Höhlenbild. In der Region liegen mehrere bedeutende Meereshöhlen und Tauchspots. Die Elefantenhöhle vor Kap Drapano ist die bekannteste Unterwasserhöhle und steht oft im Mittelpunkt von Tauchprogrammen. In der gleichen Küstenzone finden sich weitere Grotten wie God‘s Cave und kleinere Meereshöhlen, die im Rahmen von Bootstouren besucht werden.
Im Hinterland von Chania existieren zudem Karsthöhlen und Schachthöhlen in den weißen Bergen, die sich vor allem an erfahrene Speläologen richten. Sie zählen zu den tiefsten Höhlen Griechenlands, sind aber meist nicht touristisch erschlossen. Agia-Sofia-Höhle in der Topolia-Schlucht und kleinere Grotten an kretischen Schluchten und Gipfeln verbinden geologische Besonderheiten mit Kapellen oder Aussichtspunkten und lassen sich mit Wanderungen kombinieren.
Zentralkreta (Region Rethymno & Heraklion)
Zentralkreta bietet die größte Dichte klassischer Schauhöhlen. An den Nordhängen des Psiloritis liegt die Sfendoni-Höhle bei Zoniana, eine der besterschlossenen Tropfsteinhöhlen der Insel. In der Region Rethymno befindet sich außerdem die Melidoni-Höhle, die zugleich Tropfsteinhöhle, minoisches Heiligtum und Gedenkstätte für die Ereignisse des 19. Jahrhunderts ist.
Im weiteren Umfeld von Heraklion liegen die Doxa-Höhle bei Marathos sowie die Skotino-Höhle mit der Kirche der Agia Paraskevi. Beide verbinden Höhlenräume mit lokaler Kulttradition. Südlich der Messara-Ebene liegt die Labyrinth-Höhle, ein weitläufiger alter Steinbruch mit Gängen und Kammern, der oft mit dem mythischen Labyrinth des Minotauros in Verbindung gebracht wird. Dazu kommt die Kamares-Höhle hoch am Psiloritis, bekannt durch minoische Keramikfunde. Zentralkreta vereint damit touristisch erschlossene Schauhöhlen, Kultgrotten und historische Höhlenanlagen in einem geographisch relativ kompakten Raum.
Ostkreta (Region Lassithi)
In Ostkreta konzentriert sich die Höhlenlandschaft vor allem im Regionalbezirk Lassithi. Die bekannteste Höhle ist das Dikteon Andron bei Psychro auf der Lasithi-Hochebene, traditionell mit dem Geburtsmythos des Zeus verbunden und als Schauhöhle gut erschlossen. Ebenfalls bedeutend ist die Milatos-Höhle, die heute vor allem als Erinnerungsort an die Ereignisse des 19. Jahrhunderts wahrgenommen wird.
Nahe Kritsa liegt die Gaidourotripa-Höhle, eine kleinere Tropfsteinhöhle in Hanglage, die oft als Ziel kurzer Ausflüge genannt wird. In Ostkreta finden sich außerdem die Vreiko-Höhle bei Pefki und weitere Höhlen im Bereich des Sitia-Geoparks, in denen Karst, Schluchten und Höhlenbildung eng zusammenhängen. Zusammengenommen zeigt die Region Lassithi eine breite Spannweite von Zeus-Mythos über Widerstandsgeschichte bis zu klassischer Tropfsteingeologie und Wanderhöhlen.
Geologie und Speläologie der kretischen Höhlen
Geologie und Speläologie der kretischen Höhlen erklären, wie Karst, Wasser und Zeit die unterirdischen Räume der Insel geformt haben und welche Prozesse dort bis heute wirken.
Karstlandschaft und Entstehung der Höhlen
Die meisten Höhlen auf Kreta liegen in Kalk- und Dolomitgesteinen. Diese Gesteine sind wasserlöslich. Regenwasser nimmt auf dem Weg durch Boden und Luft Kohlensäure auf, wird leicht sauer und löst den Kalk langsam auf. So weiten sich kleine Risse, Klüfte und Spalten zu Gängen, Schächten und großen Hohlräumen. Über lange Zeit entsteht daraus eine typische Karstlandschaft mit Höhlen, Dolinen, Schlucklöchern und unterirdischen Wasserläufen.
Die großen Gebirgsmassive Psiloritis, Lefka Ori und Dikti bieten dafür ideale Voraussetzungen. Mächtige Kalkpakete, viel Niederschlag und starke tektonische Brüche fördern die Bildung von Höhlensystemen. Manche Höhlen sind eher horizontal ausgebildet, andere fallen als Schachthöhlen steil in die Tiefe. Kreta gehört dadurch zu den höhlenreichsten Regionen Griechenlands.
Tropfsteinbildung und Höhlenformen
In vielen kretischen Höhlen zeigen sich eindrucksvolle Tropfsteinformationen. Das Wasser, das Kalk gelöst hat, tritt in der Höhle aus Ritzen in der Decke wieder aus. Beim Verdunsten setzt es Kalk ab. So wachsen Stalaktiten von oben nach unten. Dort, wo Tropfen auf den Boden fallen, entstehen Stalagmiten, die von unten nach oben wachsen. Treffen beide aufeinander, bilden sich Säulen. Fließendes Wasser kann zudem dünne Sintervorhänge oder Sinterbecken bilden.
Die Formenvielfalt ist groß: enge Röhren, hohe Hallen, verzweigte Gangsysteme, steile Schächte. Schauhöhlen wie Sfendoni, Dikteon oder Melidoni zeigen diese Formen in verschiedenen Kombinationen. Unterwasserhöhlen wie die Elefantenhöhle besitzen zusätzlich Tropfsteine, die unter wechselnden Meeresspiegeln entstanden sind und heute teilweise über und teilweise unter Wasser liegen.
Ökologie, Fauna und Schutz
Höhlen sind besondere Lebensräume. Sie bieten konstante Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Licht. In vielen kretischen Höhlen leben Fledermäuse, die sie als Ruheplatz, Winterquartier oder Aufzuchtstätte nutzen. Daneben gibt es spezialisierte Kleintiere wie Spinnen, Käfer, Asseln oder Springschwänze, die sich an das dunkle Umfeld angepasst haben und oft nur in einzelnen Höhlen vorkommen.
Meereshöhlen dienen zusätzlich als Rückzugsort für Fische, wirbellose Tiere und gelegentlich für Mönchsrobben. Viele Höhlengebiete stehen daher unter Natur- oder Landschaftsschutz. Störungen, Lärm, Müll und das Berühren von Tropfsteinen können die empfindlichen Ökosysteme und Formationen dauerhaft schädigen. Speläologie und Naturschutz arbeiten zusammen, um besonders wertvolle Höhlen nur kontrolliert zu öffnen oder komplett zu sperren.
Praktische Hinweise: Sicherheit, Ausrüstung und Naturschutz
Praktische Hinweise zu Sicherheit, Ausrüstung und Naturschutz zeigen, wie Höhlen auf der Insel verantwortungsvoll und mit möglichst geringem Risiko besucht werden können.
Unterschied zwischen Schauhöhlen und „wilden“ Höhlen
Auf Kreta gibt es Schauhöhlen und „wilde“ Höhlen. Schauhöhlen sind offiziell für Besucher eingerichtet. Sie verfügen meist über Wege, Treppen, Geländer und Beleuchtung. Beispiele sind Sfendoni, Dikteon, Teile von Melidoni oder die touristisch erschlossenen Bereiche der Matala-Höhlen.
Wilde Höhlen sind nicht oder nur teilweise ausgebaut. Wege können ungesichert, rutschig oder schwer erkennbar sein. Licht fehlt oft völlig. Viele dieser Höhlen sind nur erfahrenen Höhlenkundigen zu empfehlen. Einige stehen unter strengem Schutz und sollten nur mit Genehmigung und fachkundiger Begleitung betreten werden.
Sicherheit: Licht, Schuhe, Wetter, Orientierung
Bei Höhlenbesuchen spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Feste, geschlossene Schuhe mit gutem Profil sind sinnvoll, da Höhlenböden feucht, schlammig oder uneben sein können. In Schauhöhlen reichen meist Wanderschuhe oder stabile Sneakers; in wilden Höhlen sind Bergschuhe oder Stiefel besser geeignet.
Eine zuverlässige Lichtquelle ist wichtig, besonders in Höhlen ohne feste Beleuchtung. Stirnlampen haben den Vorteil, dass die Hände frei bleiben. Ersatzbatterien oder eine zweite Lampe sind sinnvoll, sobald es tiefer in Höhlensysteme geht.
Das Wetter wirkt sich vor allem auf Anfahrt und Zustieg aus. Nach starken Regenfällen sind manche Wege rutschig, Schluchten können anschwellen, und Eingänge können schwerer zugänglich sein. In hoch gelegenen Regionen Kretas wie Psiloritis oder Lassithi spielen zudem Schnee, Nebel und Wind eine Rolle. Karten, markierte Pfade und gegebenenfalls GPS helfen bei der Orientierung in abgelegenen Gebieten. Bei Unterwasserhöhlen gelten zusätzlich die üblichen Sicherheitsstandards für Tauchgänge, einschließlich Ausbildung, Gruppenstärke und Ausrüstung.
Naturschutz und respektvoller Umgang mit Höhlen
Höhlen sind empfindliche Natur- und Kulturräume. Tropfsteine wachsen extrem langsam; schon eine Berührung kann die Oberfläche verändern und das Wachstum stoppen. Abbrechen oder Mitnehmen von Tropfsteinen, Steinen oder Keramik ist nicht nur schädlich, sondern in der Regel verboten.
Auch Lärm und starke Lichtquellen können Tiere wie Fledermäuse stören. In manchen Höhlen gelten daher zeitweise Sperrungen während der Fortpflanzungs- oder Winterruhe. Abfälle sollten konsequent wieder mitgenommen werden. Offenes Feuer ist im Höhlenbereich problematisch, weil Rauch und Ruß Wände und Tropfsteine dauerhaft schwärzen.
Ein respektvoller Umgang bedeutet: Wege und Absperrungen beachten, nichts anfassen, nichts mitnehmen, keinen Müll hinterlassen. So bleiben kretische Höhlen als Lebensraum, Forschungsfeld und Kulturerbe erhalten – und ermöglichen auch in Zukunft eindrucksvolle Einblicke in Geologie, Geschichte und Mythologie der Insel.
Antworten auf häufige Fragen zu den Höhlen auf Kreta
Welche Höhlen gibt es auf Kreta?
Auf Kreta gibt es mehrere Tausend Höhlen in allen Regionen der Insel. Dazu gehören berühmte Schauhöhlen wie die Dikteon-Höhle bei Psychro, die Idäische Grotte (Ideon Andron) am Psiloritis, die Sfendoni-Höhle bei Zoniana und die Melidoni-Höhle. Hinzu kommen Kult- und Mythologiehöhlen wie Skotino oder Kamares, historische Höhlen wie Milatos und die Labyrinth-Höhle sowie Küstengrotten und Unterwasserhöhlen wie die Höhlen von Matala und die Elefantenhöhle bei Chania.
Wie viele Höhlen gibt es auf Kreta?
Angaben zur Zahl der Höhlen schwanken. Der griechische Speläologenverband und Tourismusstellen nennen meist über 3.000 Höhlen, teils sogar mehr als 4.500 kartierte Höhlen und Dolinen auf Kreta. Nur ein kleiner Teil ist erforscht oder touristisch zugänglich, viele Höhlen sind nur Höhlenkundigen bekannt.
Was sind die bekanntesten Höhlen auf Kreta?
Zu den bekanntesten Höhlen zählen die Dikteon-Höhle (Psychro-Höhle) als mythologischer Geburtsort des Zeus und die Idäische Grotte als Ort seiner Aufzucht. Sehr populär sind außerdem die Sfendoni-Höhle bei Zoniana und die Melidoni-Höhle, beide als Tropfsteinhöhlen und Kultplätze bedeutend. An der Küste stechen die Matala-Höhlen hervor, im Meer die Elefantenhöhle bei Kap Drapano als berühmter Tauchspot.
Welche Höhle auf Kreta ist die schönste?
Welche Höhle als „schönste“ gilt, ist subjektiv. Viele Kreta Reiseführer und Websites bezeichnen die Sfendoni-Höhle wegen ihrer dichten Tropfsteinlandschaft als eine der schönsten Höhlen Kretas und sogar Griechenlands. Auch die Dikteon-Höhle mit ihrem tiefen Becken und die Melidoni-Höhle mit der großen Haupthalle gelten als besonders eindrucksvoll. Küstenfans nennen häufig die Höhlen von Matala oder die Unterwasserwelt der Elefantenhöhle als optische Höhepunkte.
Was sind die schönsten Tropfsteinhöhlen auf der Insel Kreta?
Unter den Tropfsteinhöhlen werden vor allem drei Schauhöhlen hervorgehoben:
- die Sfendoni-Höhle bei Zoniana mit langen Rundwegen und sehr reicher Dekoration,
- die Dikteon-Höhle bei Psychro mit Stalaktiten, Stalagmiten und einem Wasserbecken,
- die Melidoni-Höhle mit einer großen, von Tropfsteinen gerahmten Haupthalle.
Dazu kommen kleinere, aber sehenswerte Höhlen wie die Doxa-Höhle bei Marathos oder die Gaidourotripa-Höhle bei Kritsa mit kompakten, gut zugänglichen Tropfsteinräumen.
Welche sind leicht zugängliche Höhlen auf Kreta?
Leicht zugänglich sind vor allem die erschlossenen Schauhöhlen in Straßennähe:
- Dikteon-Höhle oberhalb von Psychro (Lasithi-Hochebene) mit kurzem, aber steilen Fußweg vom Parkplatz,
- Sfendoni-Höhle nahe Zoniana mit Besucherparkplatz und geführten Rundgängen,
- Melidoni-Höhle mit Zufahrt bis nahe zum Eingang,
- Doxa-Höhle, direkt unterhalb einer Taverne bei Marathos gelegen, mit kurzem Zugang,
- die Matala-Höhlen, die unmittelbar am Strand von Matala in die Felswand geschlagen sind.
Viele andere Höhlen sind nur über Bergpfade, Schluchten oder per Boot erreichbar und erfordern deutlich mehr Erfahrung.
Welche Höhlen auf Kreta sind für Familien mit Kindern geeignet?
Für Familien eignen sich vor allem gut erschlossene Schauhöhlen mit Wegen, Geländern und meist geführten Touren. Dazu zählen die Sfendoni-Höhle, die Melidoni-Höhle und die Dikteon-Höhle. Auch die Matala-Höhlen werden häufig von Familien besucht, da sie direkt am Strand liegen, allerdings sind einige Felsstufen und Kanten zu beachten.
Wilde, ungesicherte Höhlen, tiefe Schachtsysteme und Unterwasserhöhlen sind für Kinder nicht geeignet. Familien sollten bei der Auswahl auf kurze Wege, einfache Zugänge und offizielle Besucherregelungen achten.
Gibt es empfehlenswerte Höhlenwanderungen auf Kreta, die mehrere Höhlen verbinden?
Klassische Tagesausflüge verbinden meist eine Höhle mit weiteren Zielen wie Dörfern, Klöstern oder Aussichtspunkten, etwa Dikteon-Höhle plus Lasithi-Hochebene oder Sfendoni-Höhle plus Zoniana und Psiloritis-Region.
Mehrere Höhlen in einer Wanderung werden eher in speziellen Programmen angeboten. Beispiele sind:
- Küstenwanderungen und Bootstouren, die verschiedene Küstengrotten ansteuern (z. B. bei Chania oder Matala),
- längere Routen im Osten, bei denen die Pelekita-Höhle mit weiteren Höhlen und Buchten kombiniert wird,
- speleologische Touren, bei denen erfahrene Führer mehrere Höhlen eines Gebiets besuchen.
Für die meisten Urlauber bleibt es aber sinnvoll, pro Tag eine Haupt-Höhle einzuplanen und diese mit anderen Sehenswürdigkeiten Kretas zu verbinden.
Wie sicher sind Höhlenbesuche auf Kreta und welche Sicherheitsmaßnahmen sollte man beachten?
In offiziellen Schauhöhlen mit Wegen, Licht und Beschilderung ist ein Besuch bei Beachtung der Regeln in der Regel sicher. Dazu zählen etwa Dikteon-Höhle, Sfendoni und Melidoni. Wichtig sind festes Schuhwerk mit Profil, da Wege feucht und rutschig sein können, sowie eine leichte Jacke, weil die Höhlentemperatur deutlich niedriger ist als draußen.
Wilde Höhlen ohne Infrastruktur sollten nur mit ortskundigen Führern oder Speläologen betreten werden. Unterwasserhöhlen wie die Elefantenhöhle sind ausschließlich für entsprechend ausgebildete Taucher geeignet und werden über Tauchbasen mit strengen Sicherheitsstandards besucht.
Grundregeln sind: keine Höhle allein betreten, Familie oder Unterkunft über das Ziel informieren, Wetter und Zustieg prüfen, auf markierte Pfade achten, im Inneren Wege und Absperrungen respektieren und niemals Tropfsteine oder archäologische Funde berühren oder mitnehmen.
Verwendete Quellen und Literatur
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